Elektrokardiogramm

Das Elektrokardiogramm (EKG) ist eine nicht-invasive diagnostische Methode, mit der sich die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnen lässt. Dies geschieht durch Elektroden, die auf die Haut aufgebracht werden.
Sie übertragen das Signal an ein Gerät, das daraus eine grafische Darstellung erstellt.

Wie wird es durchgeführt?

Damit die Untersuchung diagnostisch verwertbar ist, sollte sie mindestens fünf Minuten lang in einer ruhigen Umgebung durchgeführt werden. Der Patient sollte dabei in rechter Seitenlage liegen und die Gliedmaßen sollten senkrecht zum Körper ausgerichtet sein, es sei denn, dies ist kontraindiziert (z. B. bei dyspnoischen Patienten). Der Patient sollte möglichst nicht zittern und nicht mit einem Metalltisch in Berührung kommen.

Die Elektroden werden am distalen Teil der Gliedmaßen angebracht, unabhängig von der genauen Höhe. Bei hechelnden Tieren wird empfohlen, sie weiter unten anzubringen, um Artefakte zu reduzieren.
Die Elektroden werden mit Alkohol befeuchtet, um den Kontakt zu verbessern.
Die Farbzuordnung ist wie folgt:

    Rot – rechte Vordergliedmaße
    Gelb – linke Vordergliedmaße
    Grün – linke Hintergliedmaße
    Schwarz – rechte Hintergliedmaße

Die präkordialen Ableitungen werden wie folgt positioniert:

    V1: erstes rechter Zwischenrippenraum, dorsal
    V2: an der kostosternalen Übergang (linker sechster Zwischenrippenraum)
    V4: an der kostochondralen Übergang
    V6: ungefähr auf derselben Höhe, aber weiter dorsal
    V3: zwischen V2 und V4
    V5: zwischen V4 und V6

Sobald die Elektroden korrekt platziert sind, müssen die Geräteeinstellungen (Papiergeschwindigkeit und Amplitude) angepasst werden, um Artefakte zu minimieren und die Untersuchung zu optimieren. Standardmäßig wird eine Papiergeschwindigkeit von 50 mm/s und eine Amplitude von 10 mm/mV verwendet; bei überlappenden Wellen kann die Amplitude auf 5 mm/mV reduziert oder bei sehr kleinen Komplexen auf 20 mm/mV erhöht werden.

Wann ist ein EKG indiziert?

Ein EKG ist unerlässlich für die kardiologische Bewertung und zur Diagnose von:

    • Primären Arrhythmien
    • Störungen der elektrischen Erregungsleitung (AV-Block, Achsenabweichungen)
    • Unklaren klinischen Symptomen (Synkope, Schwäche, Atembeschwerden, Belastungsintoleranz)
    • Langzeitüberwachung von Patienten mit Kardiomyopathien

Die wichtigsten Kardiomyopathien beim Hund (z. B. okkulte dilatative Kardiomyopathie, arrhythmogene Kardiomyopathie) können lange Zeit asymptomatisch bleiben. Das EKG ist daher ein wertvolles Instrument zur Frühdiagnose. In Kombination mit bildgebenden Verfahren (Röntgen-Thorax, Echokardiographie) ergibt sich ein vollständiges Bild des Herzgesundheitszustands.

Weitere Anwendungsgebiete:

    • Präanästhetisches Screening zur Erkennung potenziell gefährlicher Rhythmusstörungen
    • Atemwegserkrankungen und brachyzephale Hunde (erhöhter Vagustonus)
    • Elektrolytstörungen (insbesondere Kalium, Kalzium, Magnesium)
    • Stoffwechselerkrankungen (Hypo-/Hyperthyreose, Cushing-/Addison-Syndrom, Phäochromozytom)
    • Onkologie (ventrikuläre Komplexe bei Tumorpatienten)
    • Postoperativ (z. B. Magendrehung, Splenektomie)
    • Pankreatitis, Borrelien-Infektionen, schwere Traumata, Hitzschlag, Vergiftungen (v. a. Oleander, Methylxanthine)
    • Intrakranielle

Rassespezifische Erkrankungen:

    • Belastungsbedingter Kollaps beim Labrador Retriever
    • Azidurie beim Bullterrier
    • Kollaps-Syndrom beim Border Collie
    • Hunde mit Spike’s- oder Krampfsymptomatik

Vorteile des EKGs

Das EKG ist schnell, schmerzfrei und verursacht nur minimalen Stress. Es kann problemlos in einer Klinik oder Tierklinik durchgeführt werden und macht häufig einen entscheidenden Unterschied in der tierärztlichen Versorgung.

Die Interpretation eines EKGs kann jedoch herausfordernd sein. Deshalb bietet Vetconsult einen Befundservice innerhalb von 24 Arbeitsstunden an, um Kollegen mit Beratung und Unterstützung bei der Patientenbetreuung zu helfen.

So fordern Sie einen EKG-Befund an

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Zustellung des Befunds

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